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07.06.2018 18:56

Digitalisierung, Pflegealltag, wirtschaftliche Realitäten – Frühjahrsfest der Zahnärzteschaft in Berlin

Am 15. Mai fand das gemeinsame Frühjahrsfest von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) in der Britischen Botschaft in Berlin statt. BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel erklärte in seinem Grußwort, der technische Fortschritt dürfe nicht fachfremden Digital-Giganten überlassen werden. Alle Akteure im Gesundheitswesen müssten sich auf einheitliche Standards, gemeinsame Maßnahmen und gewünschte Grenzen der fortschreitenden Digitalisierung einigen.
In der Pflege habe die BZÄK Politik und Krankenkassen seit fast 20 Jahren auf den Handlungsbedarf bei der zahnmedizinischen Betreuung hingewiesen – und sich mit zahlreichen Projekten für ein bessere Betreuung und Prävention von Pflegebedürftigen einsetzt. Der BZÄK-Präsident reagierte damit auf unaufrichtige Vorwürfe des Barmer Zahnreports.
Zum Schluss appellierte Engel an den Gesundheitsminister, eine notwendige Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) an die wirtschaftlichen Realitäten zeitnah anzugehen: ein Tierarzt erhalte für eine Zahnextraktion bei einem Kleintier 12,82 €, eine Zahnärztin für die gleiche Behandlung bei einer Oberstudienrätin 7,88 €.

Der Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, MdB, verwies auf sein großes Anliegen, die Digitalisierung: Wenn wir jetzt nicht im Bereich der Digitalisierung durchstarteten, täten es andere. Startups aus Großbritannien und anderen Ländern legten vor. Wir hätten die Wahl: gestalten oder erleiden. Er wolle gestalten.
Die im Koalitionsvertrag geplanten Vorhaben im zahnärztlichen Bereich, wie die Mundgesundheit in der Pflege, die Anhebung der Festzuschüsse sowie das digitale Bonusheft seien notwendig. Aber auch die zahnärztliche Approbationsordnung (ZApprO) liege schon viel zu lange da und warte auf ihre dringende Novellierung, verdeutlichte Spahn.
Ausdrücklich würdigte er die Präventionskonzepte der Zahnärzte, Prävention funktioniere in keinem Bereich des Gesundheitswesens so gut wie in der zahnärztlichen Versorgung.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV, übte in seiner Eröffnungsansprache u.a. Kritik an der aktuellen Ausgestaltung rein zahnärztlicher Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Aufgrund ihrer Sogwirkung in Ballungsgebieten könne es künftig zu Engpässen und Unterversorgungen im ländlichen Raum und in strukturschwachen Gebieten kommen.

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